Studium und Lehre

Idealer Studienverlaufsplan spanische Sprachwissenschaft

Modul

LV

Modulprüfungen

Sem.

Basis

Einführung 1: VL Einf. romanische Sprachwissenschaft (jedes WiSe)

1-2

Einführung 2: Übung Spanische Phonetik & Phonologie (jedes WiSe)

1-2

Einführung 3: VL Strukturen des Spanischen (jedes SoSe)

Klausur zu 1-3

2-3

Aufbau

VL Spanische Grammatik 1 von 2 (verbal oder nominal)1

Leseprotokoll (2-3 S.)

=

Portfolio

4-5

Proseminar (freies Thema)

Mitarbeit + Seminararbeit (8-10 S.)

4-6

VL Spanische Grammatik 2 von 2 (verbal oder nominal)2

Leseprotokoll (2-3 S.)

5-6

Vertiefung

Seminar (freies Thema)

Mitarbeit + Seminararbeit (12-15 S.)

5-8

Zusätzl. Angebot

S/Ü Linguistische Textanalyse

empirische Arbeit

5-8

Examensblockkurs 3 Tage

 

9

1 nach Modulhandbuch Stand 2022 beim Bachelorstudiengang nun Teil des Basismoduls
2 nach Modulhanbuch Stand 2022 beim Bachelorstudiengang nun Teil des Vertiefungsmoduls

Abgrenzung zum Modulhandbuch

Im Dokument "Empfehlungen zum Studienverlauf" finden Sie Antworten und Empfehlungen zu den häufigsten Fragen von Studierenden: 

  • Welche Lehrveranstaltungen werden in der spanischen Sprachwissenschaft angeboten?
  • Was lerne ich in jeder einzelnen davon?
  • Wie bauen diese LV aufeinander auf und in welcher Reihenfolge sollte ich sie belegen?
  • Welche Kenntnisse werden am Ende des Studiums von mir erwartet?
  • Wie studiere ich so, dass ich kurz vor dem Examen nicht in Panik gerate?

Vieles von dem, was hier folgt, findet sich auch in den Modulhandbüchern (BA/MA, Lehramt) ausformuliert. Allerdings sind diese – gerade für Anfänger – nicht einfach zu lesen. Außerdem behandeln Modulhandbücher ausschließlich formale Aspekte, ohne die inhaltlichen ausdrücklich zu thematisieren. Ein Studium ist aber keine rein formale Angelegenheit, sondern vor allem eine intellektuelle Herausforderung. Mehr Informationen zu Basis-, Aufbau- und Vertiefungsmodul finden Sie hier.

 

Meine Vorstellung von einem Referat ist, dass Sie dabei im Seminar Ihre Hausarbeit und Ihre in diesem Zusammenhang ausgewertete Lektüre präsentieren und dabei mit mir und den anderen Seminarteilnehmern ein Gespräch darüber führen. Sie sollten also in der Lage sein, ca. eine halbe Stunde ununterbrochen zu Ihrem Thema zu sprechen, andererseits aber auch darauf vorbereitet sein, dass Ihr fortlaufender Vortrag regelmäßig von Nachfragen, Bemerkungen und Diskussionen unterbrochen werden kann. Werten Sie das nicht als Zeichen, dass es "schlecht läuft". Für mich ist ein Referat ein qualifizierter Beitrag zum Seminar und kein reiner Vortrag. Bitte vergessen sie nicht, dass Sie Ihr Thema so darstellen, dass auch die Kommilitonen eine Chance haben, es zu verstehen. Sehen Sie Ihre Seminarsitzung stets auch als eine Sprechstunde vor Publikum, in der Sie Hinweise dazu erhalten, was an der Hausarbeit noch verbessert werden könnte oder müsste. Machen Sie sich daher bitte Notizen zu den Kritikpunkten und Anregungen. Möglichst bald nach dem Referat und unter dem Eindruck dieser Diskussion sollten Sie Ihre Hausarbeit noch einmal überarbeiten und versuchen, diese Anregungen noch umzusetzen.

Ablauf der Vorbereitung

Nachdem wir uns auf ein Thema geeinigt haben, ist Ihr erster Arbeitsschritt die Literatursuche. Eine sinnvolle Literaturbasis ist das Fundament einer jeden gelungenen Seminararbeit und eines gelungenen Referats und ich helfe selbstverständlich gern bei der Recherche. Allerdings ist andererseits die Literaturrecherche ein zentrales Lernziel Ihres Studiums und ich möchte Ihnen daher dabei zwar helfen, nicht aber die ganze Recherche ersetzen. Ich bitte Sie daher, zuerst einmal mein Stylesheet zu lesen.

Darin sind schon einige zentrale Tips zur Literaturrecherche enthalten, die ich Sie zu beherzigen bitte. So sehr ich auch bereit bin, Ihnen zu helfen und Ihre Fragen zu beantworten, so ungehalten werde ich, wenn Sie mich Dinge fragen, die ich in besagtem Stylesheet schon ausführlich behandelt habe.

Als nächsten Schritt sollten Sie selbst mit der Recherche beginnen. Nutzen Sie dabei unbedingt auch das Internet, um Hinweise auf verwertbare GEDRUCKTE Literatur zu finden!

Erstellen Sie dann eine Liste der Literatur, die sie selbst gefunden haben und die Sie für Ihre Arbeit zugrundelegen würden. Bitte sorgen Sie dafür, dass bereits diese Liste uneingeschränkt den formalen Vorgaben meines Stylesheets entspricht! Diese Liste schicken Sie mir als E-mail-Anhang im Word (besser: RTF) Format oder auch direkt in den Mail-Text gepastet, so dass ich gegebenenfalls einzelne Titel direkt kommentieren kann. Ich werde dann Ihre Liste kommentieren, kürzen und ergänzen bzw. meine eigene Bibliographie-Datenbank für Sie befragen; in Notfällen habe ich manchmal sogar schon ganze Artikel gescannt und verschickt ...

Meine Bereitschaft zur Hilfe ist direkt proportional zu Ihrer Bereitschaft, selbständig zu recherchieren und ggfs. auch schwerer zugängliche Literatur zu ermitteln und zu beschaffen. Wenn Sie meinen, bei Ihrer Recherche überhaupt nichts Passendes gefunden zu haben, dann schildern Sie mir bitte zumindest detailliert, wie Sie bei Ihrer Suche vorgegangen sind und wo Sie überall bereits gesucht haben. Befragen Sie auf jeden Fall auch das Bibliothekspersonal!

Wenn Sie selbständig relevante (und neue!) Literatur zu Ihrem Thema finden, die ich noch nicht kannte, bin ich beeindruckt und schon deutlich geneigt, eine bessere Zensur zu geben. Vielleicht sollten Sie dabei auch wissen, dass ich beim Korrigieren IMMER zuerst die Bibliographie anschaue. Wenn diese dünn oder schlecht ausgewählt ausfällt oder den grundlegendesten Ansprüchen an Fom und Sorgfalt nicht genügt, ist erfahrungsgemäß vom Rest nur wenig zu erwarten. Sollten Sie interessante Literatur finden, die ich selbst noch nicht kenne, würde ich Sie später vielleicht um einen Gegen-Gefallen bitten :-) Auch ich bin für gescannte Artikel immer dankbar!

Wenn wir uns auf eine Literaturbasis geeinigt haben, können Sie mit der Beschaffung und Auswertung beginnen. Wenn Sie Ihre Literatur mehr oder weniger fertig gesichtet haben, sollten Sie sich eine vorläufige Gliederung überlegen, die Sie mir ebenfalls schicken. Wenn wir uns auch darauf geeinigt haben, können Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

Der Umfang einer Hauptseminararbeit sollte sich bei ca. 15 Seiten bewegen und die Bibliographie sollte nicht deutlich weniger als 15 Titel umfassen. Während ein Zuviel der geschriebenen Seiten sich zensursenkend auswirken kann, gilt dasselbe nicht für die gelesenen Seiten ;-)

Eine Woche vor dem Referat hätte ich gern den Entwurf Ihres Handouts bzw. Ihrer Folien, um eventuelle Probleme schon im Vorfeld klären zu können. Umso sicherer werden Sie sich dann bei Ihrem Referat fühlen können.

All diese Betreuungsschritte sind für Sie natürlich freiwillig. Allein schon durch Beherzigen des Stylesheets sind Sie gut gerüstet. Ich habe schon viele gute Zensuren für Referate und Hausarbeiten vergeben, die nicht unter der oben geschilderten engen Betreuung entstanden sind und freue mich dann, dass ich so wenig Arbeit dabei hatte und das Ergebnis trotzdem so gut geworden ist. Andererseits ist meine Erfahrung aber auch, dass alle mit "ungenügend" bewerteten Arbeiten solche waren, deren AutorInnen auf Betreuung verzichtet hatten.

Hausarbeiten

Viele Studenten sind sich nicht sicher, was in einer wissenschaftlichen Hausarbeit eigentlich von ihnen erwartet wird. Beim Einlesen in ihr Thema haben sie immer stärker das Gefühl, dass alles Erdenkliche zum Thema ohnehin schon von Profis geschrieben worden ist und dass sie daher unmöglich noch einen eigenen Beitrag dazu leisten können. Andererseits erscheint ein reines Zusammenfassen des Gelesenen irgendwie zu wenig zu sein. Was also erwarten wir von Ihnen?

Allgemeine Erwartungen

Ich erwarte von Ihnen (z.B.):

  • dass Sie sich zuerst darüber informieren, was zum vereinbarten Thema bisher bereits publiziert worden ist (Literaturrecherche);
  • dass Sie aus der zumeist unüberschaubaren Masse von Publikationen 10-20 besonders wichtige oder besonders gut verwertbare Titel auswählen und daraus eine Liste der zugrundelegten Literaturbasis erstellen;
  • dass Sie das vereinbarte Thema in einen weiteren Problemzusammenhang stellen und sich über die in der Linguistik gebräuchliche Terminologie dazu informieren (Beispiel: Wenn Sie zum Imperfekt im Spanischen schreiben, wäre es zur Einleitung eine gute Idee, generell etwas zu den Konzepten "Tempus" und "Modus" zu recherchieren - und zwar auch in nicht-hispanistischen, allgemein-linguistischen Quellen);
  • dass Sie ermitteln, welche Beschreibungsprobleme im Zusammenhang mit Ihrem Thema diskutiert werden und welche Theorien zu deren Lösung vorgeschlagen werden;
  • dass Sie, wo möglich, Vertreter unterschiedlicher Meinungen oder Theorien auf Grundlage gut ausgewählter charakteristischer Texte präsentieren und ihre Differenzen herausarbeiten;
  • dass Sie diskutieren und begründen, welche der Theorien Sie überzeugen bzw. nicht überzeugen.

Sie sehen, dass beinahe die gesamte Arbeit darauf beruht, die Texte der Fachliteratur zu resümieren und bei besonders wichtigen oder charakteristischen Formulierungen auch zu zitieren. Dabei sollte im Idealfall zumindest im Kernteil Ihrer Arbeit jede Darstellung auf zumindest zwei Quellen beruhen, um die nötige Ausgewogenheit zu gewährleisten und Ihre Arbeit nicht zu einer Aneinanderreihung sklavischer Exzerpte werden zu lassen.

Dabei gilt, dass im Prinzip alles was Sie schreiben belegt werden muss, d.h. es muss für den Leser nachvollziehbar werden, woher diese Information stammt. Diese Textform aus Resümieren, Zitieren, Diskutieren und Belegen macht letztlich die Wissenschaftlichkeit Ihrer Arbeit aus und sie ist bis ins Detail durch Formalismen geregelt. Die Formalismen zu erlernen und die besagte Textsorte flüssig und stilsicher zu produzieren ist ein zentrales Lernziel des wissenschaftliche Hochschulstudiums. Erfahrungsgemäß werden diese Techniken an deutschen Universitäten zwar in mehr oder weniger strenger Auslegung überall vorausgesetzt, leider aber nur im Ausnahmefall auch unterrichtet.

Das "Stylesheet": Ihr Regelwerk für die formalen Aspekte der Hausarbeit

Um Sie mit diesem Problem einerseits nicht allein zu lassen, andererseits aber auch nicht ständig immer wieder dasselbe erklären zu müssen, habe ich ein detailliertes "Stylesheet" ausgearbeitet, in denen Sie Informationen zur Literaturrecherche und zur inhaltlichen, formalen und typographischen Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit finden.

Dieses Stylesheet basiert auf jahrelanger Erfahrung bei der Korrektur von Studentenarbeiten. Sie sollten es, bevor Sie auch nur mit der Literaturrecherche beginnen, einmal ganz durchlesen. Markieren Sie dabei am besten alle Hinweise, die Sie überraschen und gegen die Sie wahrscheinlich ohne meinen Hinweis verstoßen hätten. Wenn Sie Ihre Arbeit fertiggestellt haben, sollten Sie das Stylesheet noch einmal ganz durcharbeiten und sich vergewissern, dass Sie sich auch an alles gehalten haben. Ich helfe Ihnen bei allen Zweifelsfällen gern und Sie sollten sich nicht scheuen, sich auch mit Detailfragen an mich zuwenden - allerdings nur, wenn Sie sich zuvor vergewissert haben, dass die betreffende Frage definitiv nicht bereits im Stylesheet angesprochen und beantwortet wird. Meine weitreichende Hilfsbereitschaft basiert auf der Annahme, dass Sie zuerst alle naheliegenden Hilfsmittel ausschöpfen, bevor Sie mich fragen. Laden Sie sich also das Stylesheet unter dieser Adresse herunter:

STYLESHEET

Bedenken Sie auch, dass dieser Text immer wieder überarbeitet wird und überprüfen Sie ab und zu (d.h. vor Abgabe Ihrer Hausarbeit), ob Sie noch die neueste Version verwenden!

Ich habe die Hinweise des Stylesheets in §§ eingeteilt, um mir die Arbeit zu erleichtern. Ich werde also bei der Beratung (und hinterher auch bei der Korrektur) auf die Paragraphen verweisen und davon ausgehen, dass Sie diese dann im Stylesheet nachlesen. Wenn ich also beispielsweise eine unterstrichene Überschrift beanstande, dann schreibe ich einfach nur "§ 3.1" daneben, was soviel heißt wie: "Hier wurde gegen § 3.1. des Stylesheets verstoßen. Bitte lesen Sie diesen Paragraphen noch einmal und korrigieren Sie den Fehler auf dieser Grundlage!"

Die Arbeitsschritte

Literatursuche

Nachdem wir uns auf ein Thema geeinigt haben, ist Ihr erster Arbeitsschritt die Literatursuche. Eine sinnvolle Literaturbasis ist das Fundament einer jeden gelungenen Seminararbeit und eines gelungenen Referats und ich helfe selbstverständlich gern bei der Recherche. Allerdings ist andererseits die Literaturrecherche ein zentrales Lernziel Ihres Studiums und ich möchte Ihnen daher dabei zwar helfen, nicht aber die ganze Recherche ersetzen. Ich bitte Sie daher, zuerst einmal mein Stylesheet zu lesen. Darin sind schon einige zentrale Tips zur Literaturrecherche enthalten, die ich Sie zu beherzigen bitte. So sehr ich auch bereit bin, Ihnen zu helfen und Ihre Fragen zu beantworten, so ungehalten werde ich, wenn Sie mich Dinge fragen, die ich in besagtem Stylesheet schon ausführlich behandelt habe.

Als nächsten Schritt sollten Sie selbst mit der Recherche beginnen. Nutzen Sie dabei unbedingt auch das Internet, um Hinweise auf verwertbare GEDRUCKTE Literatur zu finden!

Erstellen Sie dann eine Liste der Literatur, die sie selbst gefunden haben und die Sie für Ihre Arbeit zugrundelegen würden. Bitte sorgen Sie dafür, dass bereits diese Liste uneingeschränkt den formalen Vorgaben meines Stylesheets entspricht! Diese Liste schicken Sie mir als E-mail-Anhang im Word (besser: RTF) Format oder auch direkt in den Mail-Text gepastet, so dass ich gegebenenfalls einzelne Titel direkt kommentieren kann. Ich werde dann Ihre Liste kommentieren, kürzen und ergänzen bzw. meine eigene Bibliographie-Datenbank für Sie befragen; in Notfällen habe ich manchmal sogar schon ganze Artikel gescannt und verschickt ...

Meine Bereitschaft zur Hilfe ist direkt proportional zu Ihrer Bereitschaft, selbständig zu recherchieren und ggfs. auch schwerer zugängliche Literatur zu ermitteln und zu beschaffen. Wenn Sie meinen, bei Ihrer Recherche überhaupt nichts Passendes gefunden zu haben, dann schildern Sie mir bitte zumindest detailliert, wie Sie bei Ihrer Suche vorgegangen sind und wo Sie überall bereits gesucht haben. Befragen Sie auf jeden Fall auch das Bibliothekspersonal!

Wenn Sie selbständig relevante (und neue!) Literatur zu Ihrem Thema finden, die ich noch nicht kannte, bin ich beeindruckt und schon deutlich geneigt, eine bessere Zensur zu geben. Vielleicht sollten Sie dabei auch wissen, dass ich beim Korrigieren IMMER zuerst die Bibliographie anschaue. Wenn die dünn oder schlecht ausgewählt ausfällt oder den grundlegendesten Ansprüchen an Fom und Sorgfalt nicht genügt, ist erfahrungsgemäß vom Rest nur wenig zu erwarten. Sollten Sie interessante Literatur finden, die ich selbst noch nicht kenne, würde ich Sie später vielleicht um einen Gegen-Gefallen bitten :-) Auch ich bin für gescannte Artikel immer dankbar!

Achtung: Selbst wenn Sie glauben, mit dem eigentlichen Verfassen der Arbeit erst spät im Semester oder gar erst den Ferien beginnen zu können, sollten Sie mit der Literaturrecherche und -beschaffung sofort beginnen. Es ist ein langwieriger Prozess und Fernleihen können dauern.

Gliederung

Wenn wir uns auf eine Literaturbasis geeinigt haben, können Sie mit der Beschaffung und Auswertung beginnen. Wenn Sie Ihre Literatur mehr oder weniger fertig gesichtet haben, sollten Sie sich eine vorläufige Gliederung überlegen, die Sie mir ebenfalls schicken. Wenn wir uns auch darauf geeinigt haben. Können Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

Wenn Sie nach Sichtung der vereinbarten Lektüre auch noch die Grobstruktur Ihrer Arbeit mit mir abstimmen wollen, können Sie das gern tun.

All diese Betreuungsschritte sind für Sie natürlich freiwillig. Allein schon durch Beherzigen des Stylesheets sind Sie gut gerüstet. Ich habe schon viele gute Zensuren für Referate und Hausarbeiten vergeben, die nicht unter der oben geschilderten engen Betreuung entstanden sind und freue mich dann, dass ich so wenig Arbeit dabei hatte und das Ergebnis trotzdem so gut geworden ist. Andererseits ist meine Erfahrung aber auch, dass alle mit "ungenügend" bewerteten Arbeiten solche waren, deren AutorInnen auf Betreuung verzichtet hatten!

Verfassen

Ganz allgemein sollten Sie Ihre Arbeit so verfassen, als sollte sie zur Publikation in einer einschlägigen Fachzeitschrift eingereicht werden. Neben meinem Stylesheet ist es sicher auch hilfreich, ein Gefühl für Stil und Präsentationsweise wissenschaftlicher Arbeiten zu entwickeln, indem Sie diese immer auch unter dem Gesichtspunkt lesen, dass Sie den dort verwendeteten Stil selbst erlernen sollen.

Wenn die Arbeit fertiggestellt ist, sollten Sie sie wo immer möglich von anderen Personen Korrektur lesen lassen, um orthographische und stilistische Unebenheiten auszumerzen und um zu überprüfen, ob Gliederung und Darstellung auch einem Außenstehenden nachvollziehbar erscheinen. Das gilt umso mehr, wenn Ihre Muttersprache nicht Deutsch ist!

Art der Einreichung und Abgabetermin

Ihre Hausarbeit reichen Sie bitte in drei Formaten ein:

  • als Ausdruck in meinem Postfach bzw. meinem privaten Briefkasten (bitte lose Blätter, nur mit einer Klammer an der Ecke zusammengehalten; Plastikbinder etc. muss ich sonst vorher entfernen und hinterher entsorgen)
  • als elektronische Fassung in dem von Ihnen verwendeten Textverarbeitungsformat
  • als PDF-Dokument.

Die beiden elektronische Fassungen schicken Sie mir als Email-Anhang an meine Dienstadresse. Für das Einhalten des Abgabetermins ist allein das Datum dieser E-Mail ausschlaggebend. Mit dem Korrigieren beginne ich allerdings frühestens, wenn mir auch der Ausdruck vorliegt; d.h. wenn Sie die Abgabe der ausgedruckten Fassung vergessen, vergesse ich wahrscheinlich auch das Korrigieren.

Auf dem Deckblatt geben Sie bitte, neben den üblichen Daten, ausdrücklich auch an, welche Modulleistung Sie mit Ihrer Arbeit anstreben und wieviele ECTS-Punkte damit erreicht werden sollten.

Die Abgabetermine für Hausarbeiten sind in der Romanistik einheitlich geregelt:

  • Abgabetermin für das Wintersemester: 15. März
  • Abgabetermin für das Sommersemester: 31. August

Bitte melden Sie sich rechtzeitig, wenn erkennbar wird, dass Sie diese Termine möglicherweise verfehlen könnten!

Abschlussarbeit

In Magister-, Master-, Bachelor- und Zulassungsarbeiten sollen die Kandidaten grundsätzlich dasselbe nachweisen: dass sie im Studium gelernt haben, einen komplexen wissenschaftlichen Themenbereich durch selbständige Literaturrecherche zu erfassen, die wichtigsten Sachverhalte und Debatten dieses Themenbereichs sachdienlich zu resümieren und daraus eine in sich geschlossene eigene Überblicksdarstellung zu kondensieren. Diese sollte in Stil, Typographie und Formalia den Gepflogenheiten des Fachs entsprechen. Wenn Sie bei mir schreiben, konkretisieren sich diese etwas abstrakten "Gepflogenheiten" in den Vorgaben meines STYLESHEET.


Die Bewertung der Arbeit orientiert sich daran, wie Sie diese Ziele erreichen. Eine eigenständige wissenschaftliche Leistung im Sinne einer neuen Theorie, Entdeckung oder empirischen Studie ist bei dieser Art von Arbeit nicht vorgesehen und das Fehlen einer solchen Leistung ist kein Hinderungsgrund für die Vergabe der Bestnote. Sie ist andererseits aber natürlich auch nicht "verboten", sondern vielmehr ein deutlicher Positivpunkt bei der Bewertung.

Zu der oben geschilderten Aufgabe eines kommentierten und ggfs. auch bewerteten Forschungsüberblicks zu einem gegebenen Themenbereich kann, nach Verabredung, auch eine eigene empirische Komponente treten, zu der ich Sie ausdrücklich ermuntern möchte.

Vorbereitung

Zuerst müssen wir uns allerdings auf ein geeignetes Thema einigen. Grundsätzlich vergebe ich keine Themen, sondern erwarte von Ihnen einen oder mehrere Themenvorschläge, die sich aus Ihrem Studium oder aus einer anderweitig gearteten Vorbeschäftigung ergeben sollten, allerdings ohne dabei das Thema einer bereits verfassten Hausarbeit (bzw. eine Referats) wieder aufzunehmen. Teilen Sie mir Ihre Themenvorschläge möglichst bald mit.

Es ist für mich unabdingbar und für Sie zumindest nützlich, dass wir einander als RomanistInnen möglichst gut einschätzen können. Für Sie heißt das, dass Sie sich mein Profil einmal anschauen (und ggfs. mit Ihrem eigenen abzugleichen versuchen). Für mich heißt es dagegen, dass ich eine vollständige Auflistung aller von Ihnen belegten sprachwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen benötige, um mir ein Bild von Ihrem Studienverlauf und Kenntnisstand machen zu können. Sollten Sie auch außerhalb der Romanistik Sprachwissenschaft betrieben haben, listen Sie diese Veranstaltungen unbedingt mit auf. Neben dem Titel der Seminare benötige ich als Information noch das Semester, den Dozenten und ggfs. Ihren eigenen Beitrag dazu (Titel Ihres Referats bzw. der Hausarbeit etc.).

Auswahl des Themas

Wir werden dann gemeinsam das endgültige Thema Ihrer Arbeit festlegen. Ich erwarte von Ihnen (z.B.):

  • dass Sie sich zuerst darüber informieren, was zum vereinbarten Thema bisher bereits publiziert worden ist (Literaturrecherche);
  • dass Sie aus der zumeist unüberschaubaren Masse von Publikationen 10-20 besonders wichtige oder besonders gut verwertbare Titel auswählen und daraus eine Liste der zugrundelegten Literaturbasis erstellen;
  • dass Sie das vereinbarte Thema in einen weiteren Problemzusammenhang stellen und sich über die in der Linguistik gebräuchliche Terminologie dazu informieren (Beispiel: Wenn Sie zum Imperfekt im Spanischen schreiben, wäre es zur Einleitung eine gute Idee, generell etwas zu den Konzepten "Tempus" und "Modus" zu recherchieren - und zwar auch in nicht-hispanistischen, allgemein-linguistischen Quellen);
  • dass Sie ermitteln, welche Beschreibungsprobleme im Zusammenhang mit Ihrem Thema diskutiert werden und welche Theorien zu deren Lösung vorgeschlagen werden;
  • dass Sie, wo möglich, Vertreter unterschiedlicher Meinungen oder Theorien auf Grundlage gut ausgewählter charakteristischer Texte präsentieren und ihre Differenzen herausarbeiten;
  • dass Sie diskutieren und begründen, welche der Theorien Sie nicht überzeugen.

Sie sehen, dass beinahe die gesamte Arbeit darauf beruht, die Texte der Fachliteratur zu resümieren und bei besonders wichtigen oder charakteristischen Formulierungen auch zu zitieren. Dabei gilt, dass im Prinzip alles was Sie schreiben belegt werden muss, d.h. es muss für den Leser nachvollziehbar werden, woher diese Information stammt. Diese Textform aus Resümieren, Zitieren, Diskutieren und Belegen macht letztlich die Wissnschaftlichkeit Ihrer Arbeit aus und sie ist bis ins Detail durch Formalismen geregelt. Die Formalismen zu erlernen und die besagt Textsorte flüssig und stilsicher zu produzieren ist ein zentrales Lernziel des wissenschaftliche Hochschulstudiums. Erfahrungsgemäß werden diese Techniken an deutschen Universitäten zwar in mehr oder weniger strenger Auslegung überall vorausgesetzt, leider aber nur im Ausnahmefall auch unterrichtet.

Das "Stylesheet": Ihr Regelwerk für die formalen Aspekte der Hausarbeit

Um Sie mit diesem Problem einerseits nicht allein zu lassen, andererseits aber auch nicht ständig immer wieder dasselbe erklären zu müssen, habe ich ein detailliertes "Stylesheet" ausgearbeitet, in denen Sie Informationen zur Literaturrecherche und zur inhaltlichen, formalen und typographischen Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit finden.

Dieses Stylesheet basiert auf jahrelanger Erfahrung bei der Korrektur von Studentenarbeiten. Sie sollten es, bevor Sie auch nur mit der Literaturrecherche beginnen, einmal ganz durchlesen. Markieren Sie dabei am besten alle Hinweise, die Sie überraschen und gegen die Sie wahrscheinlich ohne meinen Hinweis verstoßen hätten. Wenn Sie Ihre Arbeit fertiggestellt haben, sollten Sie das Stylesheet noch einmal ganz durcharbeiten und sich vergewissern, dass Sie sich auch an alles gehalten haben. Ich helfe Ihnen bei allen Zweifelsfällen gern und Sie sollten sich nicht scheuen, sich auch mit Detailfragen an mich zuwenden - allerdings nur, wenn Sie sich zuvor vergewissert haben, dass die betreffende Frage definitiv nicht bereits im Stylesheet angesprochen und beantwortet wird. Meine weitreichende Hilfsbereitschaft basiert auf der Annahme, dass Sie zuerst alle naheliegenden Hilfsmittel ausschöpfen, bevor Sie mich fragen. Laden Sie sich also das Stylesheet unter dieser Adresse herunter:

STYLESHEET


   Bedenken Sie auch, dass dieser Text immer wieder überarbeitet wird und überprüfen Sie ab und zu, ob Sie noch die neueste Version verwenden.

Ich habe die Hinweise des Stylesheets in §§ eingeteilt, um mir die Arbeit zu erleichtern. Ich werde also bei der Beratung (und hinterher auch bei der Korrektur) auf die Paragraphen verweisen und davon ausgehen, dass Sie diese dann im Stylesheet nachlesen. Wenn ich also beispielsweise eine unterstrichene Überschrift beanstande, dann schreibe ich einfach nur "§ 3.1" daneben, was soviel heißt wie: "Hier wurde gegen § 3.1. des Stylesheets verstoßen. Bitte lesen Sie diesen Paragraphen noch einmal und korrigieren Sie den Fehler auf dieser Grundlage!"

Die Arbeitsschritte

Literatursuche

Nachdem wir uns auf ein Thema geeinigt haben, ist Ihr erster Arbeitsschritt die Literatursuche. Eine sinnvolle Literaturbasis ist das Fundament einer jeden gelungenen wissenschaftlichen Arbeit und ich helfe selbstverständlich gern bei der Recherche. Allerdings ist andererseits die Literaturrecherche ein zentrales Lernziel Ihres Studiums und ich möchte Ihnen daher dabei zwar helfen, nicht aber die ganze Recherche ersetzen. Ich bitte Sie daher, zuerst einmal mein Stylesheet zu lesen. Darin sind schon einige zentrale Tips zur Literaturrecherche enthalten, die ich Sie zu beherzigen bitte. So sehr ich auch bereit bin, Ihnen zu helfen und Ihre Fragen zu beantworten, so ungehalten werde ich, wenn Sie mich Dinge fragen, die ich in besagtem Stylesheet schon ausführlich behandelt habe.

Als nächsten Schritt sollten Sie selbst mit der Recherche beginnen. Nutzen Sie dabei unbedingt auch das Internet, um Hinweise auf verwertbare GEDRUCKTE Literatur zu finden!

Erstellen Sie dann eine Liste der Literatur, die sie selbst gefunden haben und die Sie für Ihre Arbeit zugrundelegen würden. Bitte sorgen Sie dafür, dass bereits diese Liste uneingeschränkt den formalen Vorgaben meines Stylesheets entspricht! Diese Liste schicken Sie mir als E-mail-Anhang im Word (besser: RTF) Format oder auch direkt in den Mail-Text gepastet, so dass ich gegebenenfalls einzelne Titel direkt kommentieren kann. Ich werde dann Ihre Liste kommentieren, kürzen und ergänzen bzw. meine eigene Bibliographie-Datenbank für Sie befragen; in Notfällen habe ich manchmal sogar schon ganze Artikel gescannt und verschickt ...

Meine Bereitschaft zur Hilfe ist direkt proportional zu Ihrer Bereitschaft, selbständig zu recherchieren und ggfs. auch schwerer zugängliche Literatur zu ermitteln und zu beschaffen. Wenn Sie meinen, bei Ihrer Recherche überhaupt nichts Passendes gefunden zu haben, dann schildern Sie mir bitte zumindest detailliert, wie Sie bei Ihrer Suche vorgegangen sind und wo Sie überall bereits gesucht haben. Befragen Sie auf jeden Fall auch das Bibliothekspersonal!

Wenn Sie selbständig relevante (und neue!) Literatur zu Ihrem Thema finden, die ich noch nicht kannte, bin ich beeindruckt und schon deutlich geneigt, eine bessere Zensur zu geben. Vielleicht sollten Sie dabei auch wissen, dass ich beim Korrigieren IMMER zuerst die Bibliographie anschaue. Wenn die dünn oder schlecht ausgewählt ausfällt oder den grundlegendesten Ansprüchen an Fom und Sorgfalt nicht genügt, ist erfahrungsgemäß vom Rest nur wenig zu erwarten. Sollten Sie interessante Literatur finden, die ich selbst noch nicht kenne, würde ich Sie später vielleicht um einen Gegen-Gefallen bitten :-) Auch ich bin für gescannte Artikel immer dankbar!

Achtung: Selbst wenn Sie glauben, mit dem eigentlichen Verfassen der Arbeit erst spät im Semester oder gar erst den Ferien beginnen zu können, sollten Sie mit der Literaturrecherche und -beschaffung sofort beginnen. Es ist ein langwieriger Prozess und Fernleihen können dauern.

Gliederung

Wenn wir uns auf eine Literaturbasis geeinigt haben, können Sie mit der Beschaffung und Auswertung beginnen. Wenn Sie Ihre Literatur mehr oder weniger fertig gesichtet haben, sollten Sie sich eine vorläufige Gliederung überlegen, die Sie mir ebenfalls schicken. Wenn wir uns auch darauf geeinigt haben. Können Sie mit der eigentlichen Arbeit beginnen.

Wenn Sie nach Sichtung der vereinbarten Lektüre auch noch die Grobstruktur Ihrer Arbeit mit mir abstimmen wollen, können Sie das gern tun.

All diese Betreuungsschritte sind für Sie natürlich freiwillig. Allein schon durch Beherzigen des Stylesheets sind Sie gut gerüstet. Ich habe schon viele gute Zensuren für Referate und Hausarbeiten vergeben, die nicht unter der oben geschilderten engen Betreuung entstanden sind und freue mich dann, dass ich so wenig Arbeit dabei hatte und das Ergebnis trotzdem so gut geworden ist. Andererseits ist meine Erfahrung aber auch, dass alle mit "ungenügend" bewerteten Arbeiten solche waren, deren AutorInnen auf Betreuung verzichtet hatten!

Verfassen

Wenn wir uns über den bibliographischen Kern und ggfs. auch über die Gliederung Ihrer Arbeit geeinigt haben, endet meine Betreuung damit im Prinzip und Sie arbeiten von diesem Moment an allein. Selbstverständlich stehe ich Ihnen natürlich auch dann noch jederzeit für Fragen zur Verfügung.

Ganz allgemein sollten Sie Ihre Arbeit so verfassen, als sollte sie zur Publikation in einer einschlägigen Fachzeitschrift eingereicht werden. Neben meinem Stylesheet ist es sicher auch hilfreich, ein Gefühl für Stil und Präsentationsweise wissenschaftlicher Arbeiten zu entwickeln, indem Sie diese immer auch unter dem Gesichtspunkt lesen, dass Sie den dort verwendetetn Stil selbst erlernen sollen.

Wenn die Arbeit fertiggestellt ist, sollten Sie sie wo immer möglich von anderen Personen Korrektur lesen lassen, um orthographische und stilistische Unebenheiten auszumerzen und um zu überprüfen, ob Gliederung und Darstellung auch einem Außenstehenden nachvollziehbar erscheinen. Das gilt umso mehr, wenn Ihre Muttersprache nicht Deutsch ist!

Das Wesen der Klausur im Staatsexamen 

 

Linguistik, nicht Schulgrammatik

Zur Erringung einer guten Note reicht es nicht, sich auf eine rein formale Abarbeitung der Fragen zu beschränken. Die Fragen geben lediglich einen Rahmen vor, innerhalb dessen die KandidatInnen ihre linguistische Expertise unter Beweis stellen können. Es wird von ihnen erwartet, dass sie soviele linguistisch relevante Beobachtungen wie möglich in ihren Antworten aufführen. Die Qualität einer Antwort berechnet sich also nicht mechanisch nach der Anzahl korrekter Beobachtungen, sondern vor allem danach, ob Sie diese für Ihre linguistische Analyse zu nutzen wissen und ob sie technisch-terminologisch über das Niveau eines sprachpraktischen Diskurses hinausgehen. 

Strukturierte Antworten, keine Faktensammlungen 

Jede einzelne Antwort sollte idealerweise einen in sich geschlossenen Essay ergeben. Das Problem, um das es geht, sollte unter Verwendung linguistischer Terminologie ausformuliert werden. Die theoretisch-terminologischen Werkzeuge, die zur Analyse verwenden werden, sollten genannt werden. Danach könnten Bemerkungen dazu folgen, was in der Literatur dazu geschrieben worden ist. Schließlich sollten diese  Elemente zur gefragten Textanalyse herangezogen werden. Die Antwort sollte mit einem Resümee der Resultate schließen.

     Zu einer gut strukturierten Antwort gehört es, dass sie sich auf das Wesentliche beschränkt und nur das beantwortet, was auch gefragt wurde. Den linguistischen Kern einer Frage sicher zu erfassen, ist ein wichtiger Aspekt der linguistischen Expertise, die in dieser Klausur nachgewiesen werden soll. Findet sich das Wesentliche vermischt mit korrekten, aber irrelevanten Ausführungen, verschlechtert dies den Gesamteindruck.

Analyse, keine Theoriereferate

Das Wesen der sprachwissenschaftlichen Klausur im Staatsexamen ist die Textarbeit, nicht die explizite Reproduktion angelesenen Theoriewissens. Die KandidatInnen sollen also die Analyseaufgaben zum Text bearbeiten und dabei die theoretischen Beschreibungswerkzeuge der Linguistik sinnvoll einsetzen und nicht etwa, wie oft zu beobachten, ein Überblicksreferat zu einer linguistischen Theorie liefern, das sie dann lediglich mit Beispielen aus dem Text illustrieren.

Jedes Stückchen Fachwissen, das erkennbar zur Beantwortung der Aufgabe verwendet wird, bringt Positivpunkte. Jedes Stückchen Fachwissen, das einfach nur referiert, dann aber zur Analyse gar nicht herangezogen wird, ist zu vermeiden.
    In der Einleitung zur jeweiligen Antwort sollen die KandidatInnen zeigen, wie sie das zu analysierende Problem linguistisch einordnen; sie sollten dabei womöglich angeben, auf welche Autoren oder Theorien der Forschungsliteratur sie sich bei ihrer Antwort stützen. Extrapunkte gibt es, wenn hier Alternativen genannt werden und entweder in der Analyse beide berücksichtigt werden, oder aber die Entscheidung für eine dieser Alternativen begründet wird. In dieser Form bringt auch die Entfaltung von Theoriekenntnissen Pluspunkte.

Unnötig ist es dagegen, als bekannt Vorausgesetztes noch einmal wortreich zu definieren (Phonem, Kohäsion ...) oder ganze auswendig gelernte Artikel einschließlich Forschungsbericht nachzuerzählen. Alles, was nicht erkennbar in die Analyse einfließt, wird gestrichen und nicht bewertet.

Sprachwissenschaft, nicht Sprachpraxis

Es gilt unter den bayerischen StaatsexamensprüferInnen der Grundsatz, dass eine halbwegs korrekte Beschreibung der Fakten auf dem analytischen und terminologischen Niveau einer Lernergrammatik oder einer sprachpraktischen Übung für eine vertiefte sprachwissenschaftliche Klausur nicht ausreichen sollte. Da sprachpraktische Kenntnisse bereits an anderem Ort abgeprüft werden, ist die Vertrautheit mit den Beschreibungsinstrumenten der Linguistik hier ein zentrales Bewertungskriterium. Die Bringschuld der KandidatInnen besteht demnach darin, möglichst viel wissenschaftliche Terminologie und Theorie korrekt zu verwenden und ihre Vertrautheit mit den einschlägigen linguistischen Beschreibungs- und Erklärungsansätzen unter Beweis zu stellen. Was in den Lernergrammatiken steht, wird als bekannt vorausgesetzt, qualifiziert aber noch nicht für eine überdurchschnittliche Note.

Essays, keine Listen

Wo eine tabellarische Antwort nicht ausdrücklich verlangt wird, sollen die Antworten die Form eines ausformulierten Essays haben und eine in vollständigen Sätzen durchgeführte Argumentation erkennen lassen. Innerhalb eines solchen Essays sind kommentierte Tabellen selbstverständlich eine zulässige Darstellungsform. Wird eine Frage insgesamt als tabellarische Auflistung von Stichpunkten ohne ausformulierte, wahrheitsfähige Sätze bearbeitet, führt dies zu einer deutlichen Abwertung dieser Frage, in besonderen Fällen sogar zur Bewertung als „nicht beantwortet“.

Festlegung auf IPA

IPA ist das einzige weltweit und sprachenübergreifende Transkriptionsystem. In der Lehre wird es vermittelt. Es gehört zur erwarteten linguistischen Expertise, dass sie abweichende veraltete und regionale Transkriptionssysteme in IPA umsetzen können. In Examensklausuren wird daher jede  Abweichung von IPA als Fehler gewertet. Es wäre möglicherweise eine gute Idee, bei Transkriptionsaufgaben stets ausdrücklich IPA-Transkriptionen zu verlangen. Ansonsten ist im Einzelfall nicht gewährleistet, ob beispielsweise die Notation [r] ein Fehler ist, oder nicht: In IPA ist das ein Multivibrant, in RFE dagegen ein Monovibrant.